Jedem Kunden sein eigenes Bier

Fürth/Erlenbach. Es ist alles eine Frage der Muße, der Zeit, der Liebe zum Handwerk, zum Handgemachten, eine Frage der Qualität der Zutaten, der einzelnen Schritte des Brauprozesses, bis hin zur Abfüllung und „zum Weg, das Bier zum Kunden“ zu bringen.
Ein Juwel einer „kleinen Brauerei“ in ihrer eigenen Gemeinde besuchten jetzt Fürther CDU und Freunde bei ihrer traditionellen gesellschaftlichen Jahresabschlussveranstaltung: die Kreativbrauerei „Brewers Fantasy“ in Erlenbach.
Hier fand die kleine Manufaktur um den Braumeister Marcel Alberti auf dem Gelände, in den Gebäuden und in der Halle der ehemaligen „Grünig-Zigarettenautomaten-Firma“ in der Paul-Joseph-Straße 14 bis 16 ihre neue Heimat: „Im Dezember 2015 haben wir unsere erste Flasche verkauft“, sagt dazu der Inhaber und Fachmann nicht ohne Stolz.
Die Mitglieder und Freunde der CDU machten sich in bester Tradition von Fürth-Mitte aus zu Fuß auf den Weg. Sie wurden in Erlenbach in der Brauerei neben wertvollem Wissen zum Gehalt und zur Herstellung des traditionellen Lebensmittels natürlich auch mit einem „sehr guten“ Schluck des Saftes belohnt.
Organisator war Friedel Rau für den CDU Gemeindeverband. Dabei waren neben Bürgermeister Volker Oehlenschläger, seinem Vorgänger und heutigen Kreistagsvorsitzenden Gottfried Schneider auch der Fraktionsvorsitzende in der Gemeindevertretung Bernd Schmitt sowie die aktuelle Landtagsabgeordnete Birgit Heitland und ihr Vorgänger Peter Stephan, um nur einige Beispiele zu nennen.
Empfangen wurden sie von einem sichtlich gut gelaunten und sehr eloquenten Braumeister Alberti. Er betreibt „Brewers Fantasy“ mit seiner Frau, einer Odenwälderin, und einem weiteren Mitarbeiter für Produktion und Vertrieb. Im März wird der guten Nachfrage wegen ein weiterer Mitarbeiter hinzukommen.
Seine Liebe zum Bier, zur Bierherstellung ist bei Alberti fast schon biografisch bedingt. Er ist halb Ire, halb Deutscher, also Angehöriger zweier großer Braunationen. Den Beruf hat er wie seine Fürther Kollegen der anderen Hausbrauerei in einer regional bedeutenden Großbrauerei in Mannheim gelernt.
Aufgrund seiner halbirischen Herkunft liegt ein Schwerpunkt unter anderem auf irischen und englischen Bierstilen. Der Name Fantasy bezieht sich aber eher auf exquisite Spezialitäten wie ein mit Champagnerhefe veredeltes Bier. Die Überschrift über allem liegt aber auf Handwerk und Zeit, auf ausgewählte Zutaten, wie Spezialmalze oder Hopfensorten, um sich, so heißt es im Werbetext, „von der Massenproduktion der großen Brauereikonzerne abzuheben“.
Trotz aller Nischenfindung bezieht auch die Erlenbacher Brauerei ihren Hopfen zu 90 Prozent aus der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt im Südwesten von Regensburg. Spezialhopfen wird aus den USA und aus Neuseeland bezogen.
Wichtigste Zutat beim Bier ist und bleibt das Wasser. Und hier weist das Fürther Wasser mit einem Grad von 3,5 deutscher Härte (dH) besonders gute Referenzen auf. Spezialmalze mit Karamell- oder Schokoladennote werden von einem Vertrieb aus Heidelberg bezogen.
Alles weitere liegt am Bier-Sommelier Alberti selbst: Es gibt die Premium-Sorten Hell, Dunkel, Hefe-Weizen und die Spezialsorten wie das „Witbier“ oder das „Red Ale“ aus besonderen Hopfen-Sorten. Alle Sorten firmieren unter dem Begriff „Craftbeer“, worunter man handwerklich hergestelltes Bier versteht.
Die einzelnen Schritte bekamen die Fürther Besucher am Braukessel, an der Einzelabfüllanlage und im Lager mit Fässern und Kisten vorgeführt und erklärt. Der Chef ist eigentlich ganz zufrieden darüber, dass der Vertrieb noch über 70 Prozent über Fässer erfolgt. Abnehmer sind mittlerweile Getränke-Vertriebe und Gastronomen aus dem gesamten südwestdeutschen Raum.
Ein besonderes Angebot der Kreativbrauerei ist es, jedem Kunden nach Gusto und besonderem Anlass, Geburtstagsfeier, Junggesellenabschied, Jubiläum, sein „eigenes Bier“ produzieren zu lassen und sich daran zu beteiligen …

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